1. Erzähl uns kurz etwas über dich: Wer bist du und was machst du?
Mein Name ist Lina Maria und ich bin Startup- und Community-Managerin bei den Stadtwerken Düsseldorf. Dort betreue ich unsere Denkfläche, den Coworking-Space der Stadtwerke Düsseldorf.

2. Warum machen die Stadtwerke Düsseldorf ein eigenes Coworking?
Die Stadtwerke Düsseldorf sind der Infrastrukturdienstleister der Stadt. Ein Coworking-Space ist Teil einer modernen Arbeitsinfrastruktur. Wir schaffen mit der Denkfläche also ein Angebot für junge Unternehmen, Freelancer, digitale Nomaden und temporäre Teams, die einen Raum benötigen, in dem sie „outside the box“ denken können. Die Arbeits- und Unternehmenswelt wird diverser und entwickelt zunehmend das Bedürfnis nach Flexibilität, ohne auf eine professionelle Arbeitsumgebung verzichten zu wollen. Wir unterstützen mit der Denkfläche neue Formen des Arbeitens und neue Ideen in Düsseldorf. 

3. Welchen Stellenwert hat das Thema Innovation/ Digitalisierung für die SWD?
Einen äußerst hohen! Die Digitalisierung prägt die Stadtwerke zunehmend und schafft Möglichkeiten für neues und herkömmliches Geschäft. Neue Geschäftsfelder, neue Produkte, neue Arbeitsplätze entstehen. Das schafft Möglichkeiten, stellt uns aber auch vor Herausforderungen. Das Thema Innovation liegt quasi in unserer DNA. Immer schon gehörte es zu unseren Aufgaben, Düsseldorf noch lebens- und liebenswerter zu machen. Früher waren es beispielsweise schmutzige Brunnen und dunkle Straßen, die den Bürgern Probleme bereitet haben, und wir entwickelten Lösungen. Heute sind es Themen, wie beispielsweise umweltfreundliche Mobilität, das Gelingen der Klimaschutzziele oder das Schaffen neuer Arbeitsformen. Man kann wohl sagen, dass die Themen Digitalisierung und Innovation grundlegend für uns sind.

4. Wie und wann wurde die Denkfläche gegründet?
Die Denkfläche wurde am 15. August 2018 eröffnet.

5. Woher kommt der Name?
Das ist eine gute Frage! Wir haben uns mit unterschiedlichen Namen auseinandergesetzt. Klar war: Wir wollten einen deutschen Namen. Dann haben wir überlegt, mit welchem Namen wir die Philosophie und den Anspruch einer modernen und inspirierenden Arbeitswelt beschreiben können. Schnell kamen wir zu dem Ergebnis, dass das Denken im Mittelpunkt steht, und wir mit der Denkfläche eine ideale Fläche dafür geschaffen haben.

6. Was sind deine Ziele mit der Denkfläche und woher kommt deine Motivation? 
Mein Ziel ist es, auf der einen Seite eine lebendige Community in der Denkfläche zu schaffen, die sich untereinander beflügelt, im Austausch mit den Stadtwerkern aber auch Mehrwerte für beide Seiten schafft. Und dieser Austausch findet tatsächlich statt – was mich sehr freut. Auf der anderen Seite ist die Denkfläche für uns der Auftakt zu einem neuen Geschäftsmodell.

Meine Motivation ziehe ich aus den positiven Rückmeldungen meiner Community und dem Glauben an die Grundwerte des Coworking. Hier ist aus meiner Sicht Zusammenarbeitder Schlüssel zum Erfolg. Zu wissen, dass wir mit der Denkfläche den richtigen Nährboden für dynamische Unternehmen und Geschäftsmodelle bieten, motiviert mich jeden Tag.

7. Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß?
Ich bin aus Überzeugung Netzwerkerin und Dienstleisterin. Das Zusammenbringen von Menschen, die sich sonst nicht begegnet wären, macht mir Spaß. Außerdem finde ich die vielfältigen Aufgaben einer Community Managerin sehr herausfordernd und spannend. Kein Arbeitstag gleicht dem anderen.

8. Welche waren die größten Meilensteine der Denkfläche? Welche Herausforderungen gab es?
Die größten Meilensteine waren sicherlich der Kommunikationsstart und die Eröffnung. Eine Auslastung der Denkfläche mit den richtigen Menschen zu schaffen, ist eine große Herausforderung, die immer noch anhält. Denn ich muss schnell und flexibel auf Veränderungen in der Community reagieren. Coworking bietet dem Coworker ein großes Maß an Flexibilität - und das ist auch gut so. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass ich mich gleichzeitig um die aktuellen Coworker und potenzielle Neukunden bemühen muss. Eine konsequente Präsenz am „Point of Interest“ potenzieller Coworker ist ein Schlüsselfaktor.

9. Was hat die Denkfläche zu bieten, bzw. was gibt es alles?
Die Denkfläche bietet vier unterschiedliche Leistungspakete: Easy Desk, Flex Desk, Fix Desk und Teambüros. Allen gleich ist der 24/7 Zugang, der Zugang zum Internet, eine Kaffee-, Wasser- und Druckflat sowie ein Locker. Die Leistungspakete unterscheiden sich in der Art des Arbeitsplatzes. Alle zwei Monate organisieren wir ein Community-Treffen, bei dem sich die Coworker in lockerer Atmosphäre austauschen und sich neue Coworker vorstellen können. Des Weiteren bieten wir in regelmäßigen Abständen unterschiedliche Treffen an. Last but not least werden Coworker und Mitarbeiter der Stadtwerke Düsseldorf in unterschiedlichen Formaten zusammengebracht.

10. Was ist der Unterschied zu anderen Coworking-Spaces?
Die Nähe zu einem Unternehmen mit über 150 Jahren Expertise und kurze Wege. Ebenso profitieren die Coworker von der bestehenden Infrastruktur der Stadtwerke Düsseldorf. Sie können beispielsweise die Kantine oder die Hausdruckerei mit ihrem breiten Angebot nutzen.

11. Wer sitzt bei euch? Gibt es Erfolgsgeschichten von Startups?
Derzeit haben wir auf unseren knapp 200 Quadratmetern 17 Unternehmen sitzen. Hier findet man Startups, Freelancer und temporäre Teams aus Unternehmen, die einen Raum für Innovation suchen.

Für alle Erfolgsgeschichten sind die von der bimanu GmbH, der Spherity GmbH und OCEANDESIGN exemplarisch zu sehen.  

Alex bezog am 15. August 2018 als erste Coworkerin ihren Platz in der Denkfläche. Als überzeugte Freiberuflerin suchte sie eigentlich nur eine Alternative zu ihrem Home-Office. Jetzt, ein Jahr später, hat sie mit einem Coworking-Kollegen OCEANDESIGN gegründet, im Oktober stellt sie ihre erste feste Mitarbeiterin ein und arbeitet in unterschiedlichen Projekten mit den Stadtwerken zusammen. OCEANDESIGN steht für atemberaubende Präsentationen und zielgerichtete Kommunikationsmodelle, die die Empfänger erreichen und mitreißen, Speaker und Absender unterstützen und im Gedächtnis bleiben. Sie sagt selber, dass sie diesen Weg nicht vorhergesehen hat und vor allem der Austausch in der Denkflächen-Community richtungsweisend war.

Swen, Co-Founder der bimanu GmbH, ist seit Januar 2019 mit seinem Team in der Denkfläche und hat sich vom IT-Beratungsunternehmen zu einem Cloud-Solution-Anbieter für den deutschen Mittelstand entwickelt. Im Frühsommer gründeten er und sein Team die bimanu Cloud GmbH. Sie helfen nun Unternehmen, aus ihren strukturierten und unstrukturierten Daten, einfache Entscheidungsvorlagen und Steuerungselemente zu entwickeln - mit nachhaltigem Erfolg für die Unternehmen.

Unser Startup Spherity GmbH ist seit Oktober 2018 in der Denkfläche. Von Beginn an nutzte das Team die Möglichkeit, seinen Arbeitsraum dem jeweiligen Arbeitsplatzbedarf anzupassen. Das Spherity-Team beschäftigt sich mit digitalen Identitäten für Industry 4.0 auf Basis von neusten Internet Standards und Blockchain. Es baut eine Plattform, damit sich Unternehmen mit ihren vorhandenen Systemen mit dezentralen Netzwerken verknüpfen können. Der Fokus liegt auf Mobilität, Energie und Supply Chain. 2019 war bisher einer der erfolgreiches Jahr, in dem Spherity große Kunden aus den Bereichen OEMs, Pharmazie und weiteren Transportbereichen von sich überzeugte. Im Herbst 2019 wird das Startup einen großen Investor, den es gewinnen konnte, nach außen kommunizieren. Gearbeitet wird in einem dezentralen Team, das über ganz Europa verteilt ist und mit der Denkfläche seine Düsseldorfer Homebase gefunden hat.

12. Beschreibedie Denkfläche in 3 Hashtags.
#activecollaboration

#inspiringcommunity

#perspectivechange

13. Was würdest du Personen raten, die einen Coworking-Space aufmachen wollen?
Im ersten Schritt ist es wichtig, dass man mit offenen Ohren und Augen in das Coworking-Ökosystem eintaucht und es auf sich wirken lässt. Jeder Coworking-Space hat sein eigenes Profil und seinen eigenen Schwerpunkt. Es ist absolut empfehlenswert, dass man sich gut überlegt, für wen man welche Arbeitsumgebung schaffen möchte. Davon lassen sich dann Zielgruppen, Möblierung, Zusatzangebote, Preis- und Kommunikationsstrategien gut ableiten. Am Ende des Tages ist es aus meiner Sicht wichtig zu verstehen, dass das Anbieten eines Coworking-Space eine Dienstleistung ist.  

14. Wie beurteilst du die Startup-Szene in Düsseldorf?
Die Entwicklungen der vergangenen Jahre haben Düsseldorf zu einer lebendigen Startup-Szene gemacht. Ich persönlich finde es spannend zu beobachten, dass Düsseldorf fü rjunge Gründer in der Ideenphase wie auch für Startups auf dem Wachstumspfad die richtigen Angebote schafft. Schön ist, dass die Startup-Szene in Düsseldorf sich zu einem städte-übergreifenden Ökosystem entwickelt. Formate wie der Digital Demo Day und der Ruhr Summit sind nur einige Beispiele, die zeigen, dass die Startups der Region durchaus auf internationalem Parkett zu Hause sein können.

15. Was wünschst du dir im Bereich Digitalisierung für die Stadt Düsseldorf?
Vor allem wünsche ich mir, dass Düsseldorf Heimat vieler innovativer Startups mit digitalen Geschäftsmodellen und B2B Lösungen für den starken Mittelstand unserer Region wird.

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